Wissenswertes über das Singen

Egal wo, ob in der Badewanne oder mit anderen zusammen in einer Gruppe, singen ist wie Medizin und demnach gesund. Es belebt Körper und Geist und vertreibt Kummer.

Was haben Atmung und Stimme miteinander zu tun?

Bevor man überhaupt einen einzigen Ton singen kann, muss man einatmen, ganz klar.! Das anschliessende Ausatmen während des Singens dauert viel länger, als bei der normalen Atmung. Es kann also sehr von Vorteil sein, seine gesamte Atemtätigkeit etwas genauer zu betrachten. Dabei liegt der Fokus auf der Ausatmung, denn erst nach dem Ausatmen setzt der Reflex zum Einatmen wieder ein.

Das Atemsystem ist an der Bildung der Stimme beteiligt. Die Grundlaute unserer Sprache werden durch die kontrollierte Ausatmung von Luft aus der Lunge und ihre Leitung durch die Stimmbänder im Kehlkopf erzeugt. Sie werden dann mithilfe des Mundes modifiziert und verstärkt. Der gesamte Vorgang wird von verschiedenen Stellen auf der Hirnrinde gesteuert.

Die Stimme und die Bildung von Lauten gehören zu den wichtigsten Formen menschlicher Kommunikation. Die Fähigkeit, durch Sprache zu kommunizieren, unterscheidet den Menschen von allen anderen Lebewesen. Alle Strukturen des Atemsystems – von Mund und Nase bis zu den Lungenbläschen – wirken daran mit, Töne verschiedenster Lautstärke und Tonhöhen zu produzieren und diese Töne so zu verstärken oder zu verändern, dass eine verständliche Sprache daraus entsteht.

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Warum haben Männer eine tiefere Stimme?

Männer singen allgemein tiefer als Frauen, denn beim Mann sind die Stimmbänder länger und dicker als bei der Frau, sie schwingen langsamer und bewirken deshalb eine tiefere Stimme. Aber auch unter Männern und Frauen gibt es Leute, die verschieden hoch singen. Man spricht hierbei von den verschiedenen Stimmlagen. Eine ganz tiefe Männerstimme heißt übrigens Bass, etwas höher ist dann der Bariton und die höchste Männerstimme ist der Tenor. Er schafft Töne, die auch die tiefe Frauenstimme, der Alt, singen kann. Die hohe Frauenstimme hingegen, nennt man Sopran.

Die Tonhöhe hängt von der Schwingungszahl der Stimmbänder ab. Hohe Töne entstehen durch stark gespannte Stimmbänder und eine enge Stimmritze. Durch die nachlassende Spannung der Stimmbänder und Erweiterung der Stimmritze werden die Töne tiefer. Die von den Stimmbändern produzierten Töne sind jedoch immer eine Kombination verschiedener Tonhöhen. Frauen– und Kinderstimmen sind insgesamt höher als Männerstimmen. Bis sie in ihren Stimmbruch kommen, können Jungen und Mädchen aber noch etwa gleich hoch singen. Bis dahin schaffen auch Jungs noch hohe Sopran-Töne. Aber auch erwachsenene Männer können mit ein bisschen Übung hoch singen. Mit der sogenannten Kopfstimme, oder auch Falsett genannt, schaffen sie auch Töne in Stimmlagen für Frauen.

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Wovon ist die Lautstärke eines Tons abhängig?

Sie hängt von der Stärke des Luftstroms ab, der durch die Stimmbänder strömt. Beim Schreien wird Luft durch die Stimmbänder gepresst und verursacht starke Vibrationen und laute Töne. Beim Flüstern ist die Vibration der Stimmbänder kaum wahrnehmbar, da die Stärke des Luftstroms so gering ist. Der in den Stimmbändern entstehende Grundton wird durch den Resonanzraum in der Mund-, Nasen- und Rachenhöhle sowie in den Nasennebenhöhlen verstärkt. Auf diese Weise entstehen – wie bei einer großen Orgel – verschiedene, charakteristische Klangbilder.

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Wie wird aus Tönen die Sprache geformt?

Die von den Stimmbändern produzierten Töne werden durch die koordinierte Tätigkeit verschiedener, für die Lautbildung verantwortlicher Organe modifiziert und verstärkt. Dadurch entsteht Sprache. Unterschiedliche Selbstlaute (Vokale) und Mitlaute (Konsonanten) entstehen durch die Veränderung der Form der Mundhöhle und durch die Verengung oder Erweiterung des Racheneingangs. Auch den Lippen und der Zunge kommt eine wichtige Rolle bei der Lautbildung zu.

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Wodurch wird die Stimmbildung gesteuert?

Die Stimm- und Lautbildung erfordert zeitlich genau abgestimmte Kontraktionen der verschiedensten Muskeln, einschließlich der Atemmuskeln, der Kehlkopfmuskeln sowie der Zungen-, Lippen- und Gesichtsmuskeln. Die Sprachsteuerung erfolgt aus mindestens fünf Feldern auf der Hirnrinde. Das Broca-Sprachzentrum, das sich in der Regel auf der linken Hirnhälfte befindet, steuert die Muskeln des Gesichts, der Zunge, des Rachens und des Kiefers und schickt über das motorische Rindenfeld Impulse mit Anweisungen an diese Muskeln aus. Das Broca-Sprachzentrum erhält zusätzliche Informationen aus dem Wernicke-Zentrum, das ebenfalls meist auf der linken Hirnhälfte liegt.

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Welche unterschiedlichen Arten zu singen gibt es überhaupt?

Die Menschen auf der Welt stellen sich unter Gesang oft etwas sehr Unterschiedliches vor, wie auch bei der Musik. Je nach Kultur unterschieden sich die Gewohnheiten, wie man singt. Für Menschen aus Europa hören sich Gesänge von muslimischen Sufis oder buddhistischen Mönchen ein wenig seltsam an. Genauso können Menschen aus anderen Ländern, Kulturen oder Religionen unsere Gesänge seltsam finden.

Aber auch in unserer Musik, die man abendländische Musik nennt, gibt es verschiedene Arten zu singen. Sie unterscheiden sich zum Beispiel in verschiedenen Musikrichtungen. Menschen, die klassische Musik wie Opern singen, brauchen eine sehr klare Stimme und oft einen großen Stimmumfang. Das bedeutet, dass sie hoch und tief singen können. Auch Pop-Sänger singen oft sehr klar und hoch, wenn es Frauen sind.

In anderen Musikrichtungen kommt es darauf nicht so sehr an. In der Rockmusik wird oft sehr rau gesungen, da ist es nicht so wichtig, viele verschiedene Töne zu treffen. Das hat die Rockmusik von Blues und Country übernommen. Bei Rock-Unterarten wie Punk oder Heavy Metal ist der Gesang sehr aggressiv und laut und erinnert an Schreien. Das stimmt allerdings nicht überall: Besonders im Heavy Metal gibt es auch Sänger, die wie bei einer Oper, sehr hoch und klar singen können und einen großen Stimmumfang haben.

Bei anderen Musikstilen spielt Gesang keine Rolle, wie etwa in der Elektronischen Musik. Wenn es hier Gesang gibt, ist er sehr einfach und nicht so wichtig für die Musik. Ebenso ist es beim Hip-Hop: Hier wird gerappt, das heißt rhythmisch gesprochen. Auch hier ist Gesang nicht so wichtig, wenn es überhaupt welchen gibt.

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Wusstest Du, dass …

die individuelle Stimme eines Menschen von der Gesichtsform geprägt wird?

Du Deine eigene Stimme hören kannst wie kein anderer? Wenn wir sprechen, mischen auch unsere Schädelknochen und die unterschiedlichen Gewebe im Bereich des Kopfs bei der Weiterleitung der Töne bis zum Gehirn mit. Wie Du Dich für andere anhörst, verrät Dir Deine Tonbandaufnahme Deiner eigenen Stimme.

Du nicht summen kannst, wenn Du Dir die Nase zuhälst? Der durch die Stimmbänder erzeugte Summton entsteht nämlich nur bei geschlossenem Mund und durch langsames Ausatmen durch die Nase. Dabei werden zusätzlich die Nasennebenhöhlen in Schwingung gebracht.

Stotterer stolperfrei singen können? Und dass der immer wieder unterbrochene Sprachfluss ein vorwiegend männliches Problem ist? 80 Prozent der erwachsenen Stotterer sind Männer. Die Ursache dieser Sprachstörung ist noch ungeklärt.

schon 10 bis 15 Minuten Singen und Trällern täglich ausreichen, um das Herz-Kreislauf-System auf Trab zu bringen. Die Atmung intensiviert sich und der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Profisänger besitzen sogar eine deutlich erhöhte „Herzratenvariabilität“, die die Schwingungsbreite der Herzfrequenz anzeigt, und sind dadurch fit wie Dauerläufer.

singen in manchen Fällen sogar wie ein Anti-Depressivum wirken kann.!? Schon im Alten Testament wird berichtet, dass Musik Deressionen heilen kann. David der Hirtenjunge, der spätere König von Israel, befreit König Saul mit seinem Gesang und durch das Spiel seiner Harfe von dessen depressiven Grübeleien.

dass alleine in Deutschland über 3 Millionen Menschen in einem Chor singen.!? Diese Menschen sind in der Regel lebenszufriedener und ausgeglichener und besitzen mehr Selbstbewusstsein als Nichtsänger, haben Musikpsychologen herausgefunden. Beim regelmäßigen Singen verbinden sich die Synapsen im Gehirn neu und machen den Sänger klüger.

Regelmässiges singen noch eine ganze Menge weiterer positive Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann.!?

Einige davon sind zum Beispiel, dass die Konzentrationsfähigkeit gefördert wird, das Herz gestärkt wird, das Gedächtnis in Schuss bzw. „auf Trab“ gehalten wird, die Darmaktivität wird angekurbelt, Ärger und Stresssymptome können vertrieben werden, die Sauerstoffsättigung im Blut wird erhöht, es löst Verspannungen und sorgt für mehr Ausgeglichenheit und noch einiges mehr.

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