Singen im Chor

Jeder kennt diese Situation, wenn auf einer Party ein Song gespielt wird und plötzlich alle Gäste gemeinsam im Chor mitsingen. Ein Gefühl der Zugehörigkeit, Gemeinschaft und des Glücks macht sich breit und es fühlt sich einfach nur gut an. Da die meisten Menschen des Singens mächtig sind, hat theoretisch jeder einen Zugang zu diesem wunderbaren Gefühl. 

Insgesamt singen in Deutschland rund 3,3 Millionen Menschen in mehr als 61.000 Chören. Darunter sind etwa 15.000 Chöre im traditionsreichen „Deutschen Chorverband“ organisiert.

Es gibt viele gute Gründe für das Singen im Chor: Wir sind motivierter und ausgeglichener, können unsere Liebe zur Musik teilen und jederzeit ohne Vorerfahrung beginnen. 

  1. Singen im Chor macht glücklich
  2. Welche Vorteile hat es im Chor zu singen?
  3. Im Chor lernen Harmonien zu singen
  4. Durch singen im Chor seine eigene Stimmlage bestimmen
  5. Wo finde ich Chöre in meiner Nähe
  6. Nochmal zusammenfassend 5 Dinge die beweisen, dass Du unbedingt in einem Chor singen solltest

Singen im Chor macht glücklich

Wenn von Chören die Rede ist, denken die meisten sofort an die Wiener Sängerknaben oder an den bekannten frz. Film „Les Choristes“ (Die Kinder des Monsieur Mathieu). Das ist nicht gerade sehr glamourös!

Dabei sind Chöre oft weit von diesem veralteten Image entfernt. Im Gegenteil: sie geben Anfängern die Möglichkeit, ihre Gesangstechnik zu verbessern. Aber was genau versteht man eigentlich unter einem Chor? Und warum sollte man dort singen lernen wollen?

Unter einem Chor (von griech. χορός choros „Tanzplatz“, „Reigen“, „tanzende Schar“) versteht man in der Musik eine Gemeinschaft von Sängerinnen bzw. Sängern, die in verschiedenen Stimmlagen singen, wobei jede Stimme mehrfach besetzt ist. Chöre werden in der Regel von einem Chorleiter dirigiert.

Wirklich jeder kann in einem Chor singen (ja, man kann bereits als Schüler einem Chor beitreten) und Achtung, jetzt kommt’s: in Chören werden sogar oft aktuelle Hits gesungen!

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Welche Vorteile hat es im Chor zu singen?

  1. Es sind keinerlei Vorkenntnisse notwendig: Falls du überhaupt nichts vom Singen verstehst, noch nie in deinem Leben eine Partitur gesehen hast und keine Noten lesen kannst, keine Panik! Du kannst trotzdem Mitglied in einem Chor werden! Die meisten Chöre erwarten keine Vorkenntnisse, du musst auch keine bestimmte Gesangstechnik beherrschen. Selbst wenn jeder Schüler vorsingen muss, geht es vor allem darum, seine Stimme zu beurteilen. Selbst wenn du keinen einzigen Ton triffst, wirst du in der Regel aufgenommen! In erster Linie wird nämlich deine Motivation bewertet.
  2. Teamwork: Klar, auch wenn es sich um eine Freizeitbeschäftigung handelt, fordert das Singen im Chor viel Motivation und Einsatzbereitschaft. Oft wird 2 x in der Woche geprobt und manchmal auch am Wochenende, vor allem wenn Auftritte anstehen. Wenn Du also Mitglied in einem Chor werden möchtest, dann weißt Du, was Dich erwartet! Man kann auch nicht einfach unentschuldigt fehlen, da man ansonsten die Proben der ganzen Gruppe behindern würde.
  3. In der Gemeinschaft singen lernen: Natürlich hat Gesangsunterricht einige Vorteile, allerdings kannst du nicht von der Gruppendynamik eines Chors profitieren. Andere singen zu hören hilft dir, deren Stärken und Schwächen auszumachen, deine eigenen Fehler ggf. zu korrigieren, deine Stimme zu verbessern und die Töne besser, bzw. richtig zu treffen.
  4. Man lernt neue Menschen kennen: Warst Du schonmal Mitglied in einem Sportverein, oder hast etwas in einem team gemacht? Diese Gruppendynamik ist doch einfach unglaublich. Im Chor ist es ganz genauso. Man teilt den Stress und das Lampenfieber vor Auftritten, baut sich gegenseitig auf und hilft sich gegenseitig, sich zu motivieren und besser zu werden. Ein Chor ist ein echtes Team! Individualisten sollten sich fernhalten!
  5. Das Selbstbewusstsein wird gesteigert: Am Anfang muss man sich erst an den Gedanken gewöhnen, dass die anderen unsere Stimme beim singen hören. Hier ein kleiner einfacher Tipp: Stelle dich zu Beginn hinter die Leute, die schon mehr Erfahrung haben und lauter singen als Du. Dann wirst Du schnell merken, dass Deine eigene Stimme besser und lauter wird. Und schwups, bevor Du Dich umsehen kannst, singst Du ein Solo vor einem Publikum!
  6. Physisches und psychisches Wohlbefinden nimmt zu: Musik heilt alle Wunden sagt man, das gilt für jeden! Aber wusstest du, dass Singen genauso schweißtreibend sein kann wie Sport zu treiben. Man trainiert die Stimmbänder, seine Haltung und kontrolliert seine Bauchatmung… Außerdem kann man laut schreien! Du kannst dich also genauso austoben wie beim Sport.

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Im Chor lernen, Harmonien zu singen

Die meisten unter uns lieben den harmonischen Gesang des Duos Simon & Garfunkel oder der Beach Boys, oder etwa nicht? Um dieses Klangerlebnis zu verstehen, muss man sich etwas mit Harmonielehre auseinandersetzen.

Harmonik in der Musik beschäftigt sich mit dem gleichzeitigen Zusammenklang mehrerer Töne und es geht um den gleichzeitigen Zusammenklang verschiedener Stimmen.

Hierzu werden ein paar musikalische Kenntnisse benötigt, man muss wissen, was Akkorde und Tonarten sind und in erster Linie braucht man ein gutes Gehör!

Das alles sind Grundkenntnisse fürs Singen Lernen, die Du Dir auch alleine beibringen kannst.

In einem Chor ist die Harmonik die Grundlage! Daher sind Chöre ideal, um in verschiedenen Tonhöhen singen zu lernen.

Einfach gesagt, geht es in der Harmonik darum, in verschiedenen Tonhöhen bei gleichem Takt und Text zu singen.

In der Regel klingen 3 Noten zusammen (Dreiklang): Der Grundton, die Terz (4 Halbtöne höher bei Dur, 3 Halbtöne bei Moll) und die Quinte (7 Halbtöne höher). Ein F-Akkord besteht aus dem Grundton F, der Note A als Terz und der Note C als Quinte.

Die Hauptstimme im Chor singt den Grundton und die anderen Stimmen die Terz und Quinte in geringerer Lautstärke. Es gibt zahlreiche Varianten, diese ist jedoch die Geläufigste.

Im Chor geht es darum, die verschiedenen Noten harmonisch mit den anderen Chormitgliedern zu singen. Der Schüler lernt, den Grundton zu singen, aber auch die Terz und die Quinte. Er ist also in der Lage, seine Stimme an jede Situation anzupassen und sich auf die Stimmen der anderen Sänger einzustellen.

Parktisch, nicht wahr?

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Durch Singen im Chor seine eigene Stimmlage bestimmen

Im Chor singen ist anstrengend! Man benötigt eine feste, kräftige und flexible Stimme, um mit den anderen Sängern eins zu werden. Man benötigt also ein gutes Ohr, um seine Stimme auf die anderen abzustimmen.

Du solltest deine Stimme allerdings auch außerhalb der Gruppe trainieren, damit du deine persönliche Ausstrahlung und deinen Gesangsstil nicht verlierst. Denn es ist nicht immer einfach, seine Stimmlage bzw. seine Tessitur zu finden, wenn man nur in der Gruppe singt.

Als Chormitglied musst du Werke singen, die nicht immer deiner Stimmlage bzw. deinem Stimmumfang entsprechen, manchmal sind die Stücke zu hoch bzw. zu tief für deine Stimme.

Wenn der Chorleiter dir dabei nicht helfen kann (oft, weil die Gruppe zu groß ist), musst du deine Stimmlage alleine finden, zum Beispiel durch Einzelgesangsstunden.

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Du Deine Stimmlage im Chor findest. Selbst wenn, dann singst du nicht immer Stücke, die deinem Stimmumfang, deinem Timbre und Deiner Stimme entsprechen.

Im Chor geht all dies in der Gemeinschaft unter, es sei denn, du wirst Solist!

Zusammenfassung:

  1. Es liegt ganz an Dir, den richtigen Chor für Dich zu finden, um beim Singen der Lieder, die dir gefallen, Fortschritte zu machen.
  2. Um den passenden Chor zu finden, solltest Du im Internet suchen!
  3. Singen im Chor bringt viele Vorteile mit sich. Neben der positiven Wirkung auf dein physisches und psychisches Wohlbefinden, kannst Du zusätzlich noch von einer tollen Gruppendynamik profitieren, dein Selbstbewusstsein steigern und jede Menge neue Leute kennenlernen!
  4. Im Chor geht es um den harmonischen Zusammenklang von mehreren Stimmen, der Schüler muss daher die Harmonien beherrschen, um sich an sämtliche Situationen und Sänger anpassen zu können.
  5. Die Gruppendynamik eines Chors kann aber auch zum Problem werden: Wenn du nicht aufpasst, vernachlässigst du die Einzigartigkeit deiner Stimme und kannst nur noch im Chor singen! 😉

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Wo finde ich Chöre in meiner Nähe?

Im Internet findet man heutzutage die besten Informationen über die Chorlandschaft in der Umgebung.

Auf der Internetseite https://www.deutscher-chorverband.de findest du hilfreiche Informationen und Adressen.

Dort findet man auch die regionalen Chorverbände, eine weitere hilfreiche Anlaufstelle.

Weitere Anlaufstellen bei der Suche stellen Universitäten, Musikschulen oder Volkshochschulen dar, die häufig auf ihrer Website oder vor Ort auf Chöre in der Umgebung aufmerksam machen.

Manche Chöre melden sich auch direkt im Internet zu Wort, insbesondere wenn Sie nach neuen Mitgliedern suchen, zum Beispiel ganz klassisch über Ebay-Kleinanzeigen.

Eine Google-Suche nach Chören in Deiner direkten Umgebung wird Dir ebenfalls einen guten Überblick über mögliche Chormitgliedschaften geben.

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Nochmal zusammenfassend 5 Dinge die beweisen, dass Du unbedingt in einem Chor singen solltest:

Es ist äusserst gesund
Forscher der Universität Göteborg veröffentlichten einen Artikel in der Fachzeitschrift „Frontiers in Neuroscience“, in dem sie den positiven Einfluss des Chorsingens auf den Körper beschreiben. Demnach hat es nämlich eine ähnlich beruhigende Wirkung wie Yoga.

Das gemeinsame Singen synchronisiert sogar die Koordination von Muskeln und Nervenaktivitäten. Dies macht sich besonders in der kontrollierten, ruhigen Atmung und der Herzaktivität bemerkbar: Beim Ausatmen verlangsamt sich der Puls, beim Einatmen hingegen steigt er wieder an. So kommt es, dass die Herzen der Sänger nicht nur für die Musik, sondern auch im gleichen Takt schlagen.

Stimmungsschwankungen verschwinden
Diese gesundheitlichen Vorteile weiten sich sogar auf die Gemütslage aus. Man steckt seine Energie ins Singen, vergisst alles um sich herum, fühlt sich freier und lädt die Akkus auch gleichzeitig wieder auf. Das hat zur Folge, dass man mit Begeisterung dabei ist und die Probe genauso enthusiastisch verlässt.

Du wirst disziplinierter
Wir alle kennen doch diesen Schlendrian, der uns verfolgt. Was du heute kannst besorgen, verschiebe ruhig auf morgen, oder so. Aber wer erst einmal angefangen hat, in einem Chor zu singen, wird so schnell nicht mehr davon loskommen. Dadurch wirst du auch gleichzeitig disziplinierter. Die regelmäßige Teilnahme an Proben ist stets mit dem Einüben der richtigen Töne verbunden, es geht um permanente Verbesserung, das Zusammenspiel der Stimmen zu optimieren.

Der Chor – Eine Gemeinschaft die verbindet
Die Proben sind ein Ereignis, bei dem ihr Freundschaften knüpft, zusammen etwas Neues lernen könnt, und eine Menge Spaß im Team habt. In der Leidenschaft für Musik fühlt ihr euch verbunden.

Singen im Chor macht glücklich
Nicht zuletzt ist natürlich die Emotionalität ein bedeutender Faktor. Musik berührt und lässt unseren Alltag in den Hintergrund treten. Beim Singen wird außerdem die Produktion von Serotonin angekurbelt, was als Glückshormon bekannt ist. Zusammen mit anderen macht es gleich noch viel mehr Spaß.

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